Das Hyoshi Ryu Karate Do fußt in seinen philosophischen Grundlagen in den religiös-philosophischen Systemen Ostasiens. Diese Grundlagen kommen auch in dem Logo unserer Stilrichtung vor.
Der Kreis steht für eine in sich selber geschlossene Einheit. Er ist ein Symbol für die alles umschließende Energie des Universums.
Die beiden Halbkreise stellen eine ”runde Linie” dar, welche die Sanftheit symbolisiert z.B. durch eine weich fließende Bewegung, oder ein rundes, seitliches Ausweichen. Es entspricht dem Prinzip des Nachgebens einer starken geradliniggerichteten Kraft, welche in einen Kreisbogen umgeleitet wird.
Die beiden geraden Linien stehen für den direkten Weg. Sie symbolisieren eine starke auf das Ziel ausgerichtete Energie, welche nicht aufzuhalten ist und sich alleinig auf das Ziel konzentriert. So muss der Wille des Karateka sein. Während der Körper sanft ausweicht, muss der Wille konsequent auf das Ziel ausgerichtet sein.
Die vier farbigen Flächen in dem Logo stehen für die vier Elemente (Luft, Wasser, Feuer und Erde). Der weiße Mittelpunkt steht hingegen für das alles verbindende Element der Leere. Diese Elemente stellen keine naturwissenschaftlichen Begriffe im heutigen Sinne da, sondern sind als Bilder und Symbole zu verstehen.
Generell kann man alle Erscheinungen des Lebens in irgendeiner Weise einem der fünf Elemente zuordnen. So findet man, dass auch jede Kampfkunst einem bestimmten Element in besonderer Weise entspricht, da das jeweilige Element dort stärker als andere zum Ausdruck kommt. So ist das Sumoringen eher dem Element Erde zuzuordnen, da es hier darum geht, durch gewaltige Standfestigkeit sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Judo dagegen, der ”sanfte Weg”, steht mit seiner Betonung auf tiefem Schwerpunkt, Drehen, Ausweichen, Nachgeben und dennoch Kraftaufwendung in hervorragender Weise für das Element Wasser. Tae Kwon Do mit seinen blitzartigen, explosiven Tritten ist vorwiegend dem Element Feuer zugeordnet. Aikido mit seinem nicht-aggressiven Charakter legt die Betonung auf weiche, wirbelnde Drehbewegungen unter besonderer Beachtung der Atmung und stellt so hervorragend das Element Wind dar. Die stark zen-geprägten Künste Iai Do, Kyu Do und natürlich Zazen selbst, bei denen es vor allem auf den leeren, aber konzentrierten Geist ankommt, nähern sich hervorragend dem Element Leere.
Doch stets gültig ist: Alles hängt mit allem zusammen. In allen Kampfkünsten kommen neben dem spezifischen Element auch alle anderen Elemente vor.
Indem man die genannten Grundmerkmale der jeweiligen Kampfkunst aufgreift und sie in den Techniken praktiziert, lässt sich schnell deren spezifische Wirksamkeit feststellen. Man kann daher ganz bewusst einzelne Techniken oder Kombinationen je nach Weise eines bestimmten Elements unterschiedlich ausführen. Gerade bei der durch viele Wiederholungen geprägten Lehrmethode des Hyoshi Ryu Karate Do setzt die unterschiedliche elementsspezifische Ausführung der gleichen Technik oder Kombination abwechslungsreiche und überraschende Akzente.
Das Schriftzeichen ”Kara” (Leere) kommt auch im Symbol des Hyoshi Ryu vor. Es nimmt dort den zentralen Punkt ein, in der Kreuzung der grauen Achsen, die die alles trennende und doch verbindende Leere darstellt. Sie umfasst die Elemente und verbindet sie. Die anderen Elemente werden durch ihre Farben repräsentiert: Blau steht für Wasser, Rot für Feuer, Braun für Erde und gelb für die Luft. Die gegensätzlichen Elemente sind dabei auch gegenübergelagert. Gegensätze sind Feuer – Wasser und Erde – Luft.