Über den Stil

Da sich viele der klassischen Stile stark von ihren Wurzeln entfernt und sich beispielsweise zu einem reinen Wettkampfsport entwickelt haben, gründeten wir unsere, an althergebrachten Traditionen orientierte Schule bereits 1999 (zunächst als Hyoshi Ryu Karate Do), um den Fokus auf überlieferte, nicht wettkampfregelgebundene Techniken und die mit Kampfkunst verbundenen meditativen Erfahrungen zu setzen. Natürlich fanden auch hier moderne Methoden und Techniken ihren Weg ins Training, dabei lag der Fokus aber immer auf der Verwertbarkeit der Techniken für den Übenden und nicht auf deren Wettkampftauglichkeit.

Unserem Empfinden nach sind unter anderem Beispiele einer „Versportlichung“ im Sinne einer Wettkampftauglichkeit in den Kampfkünsten in Katas, Hyongs oder Poomse (technisch festgelegte Bewegungsabläufe, die einen Kampf gegen mehrere Gegner darstellen), bzw. in Vermittlung deren technischer Inhalte, zu sehen. In vielen der Formen kommen Würfe und Hebeltechniken vor, welche allerdings nur selten im Trainingsprogramm berücksichtigt werden. Aus Gründen der Wettkampftauglichkeit werden ebenso selten Techniken wie Handkantenschläge oder der Ellenbogeneinsatz trainiert.

Unser System beinhaltet verschiedene, auch in der freien Anwendung effektive Würfe, eine Vielzahl von Hebel und Haltegriffen, sowie Schlag- und Tritttechniken für alle Entfernungsbereiche. Wir wollen eine Kampfkunst praktizieren, welche den Körper und den eigenen Willen schult, die Gesundheit fördert, den Ausübenden ein Mehr an Lebensqualität vermittelt und sich ebenso an den tradierten Methoden orientiert.
Als Fachverbandsfreies System ist das Hyoshi Ryu Taikijutsu in der Lage, sich frei zu entfalten, ohne sich inhaltlichen Vorgaben und Zwängen unterwerfen zu müssen. Wir sind lediglich Mitglied im DSB, LSB und dem Stadtsportbund. Die Teilnahme an verbandsoffenen Turnieren ist natürlich für jeden möglich, um niemandem diese sportliche Erfahrung zu nehmen. Eine Pflicht sind sie natürlich nicht und das allgemeine Training orientiert sich (wie beschrieben) nicht an Turnieren oder deren Regeln.

Kampfkunst bedeutet für uns immer den Horizont offen zu halten, ohne das zu vergessen, woher wir kommen. Aus diesem Grund arbeiten wir auch offen mit anderen Stilen zusammen, um voneinander zu lernen und die Verbundenheit der gesamten Budo- und Kampfkunstfamilie  zu erleben.
Nur wer sich ernsthaft bemüht und bestrebt ist, geduldig und stetig an sich zu arbeiten, wird irgendwann die Ganzheit der Dinge erkennen. Es freut uns, diesen mühsamen aber durchaus lohnenswerten Weg gemeinsam beschreiten zu dürfen.