Dojokun

Die Kampfkünste beginnen und enden mit Höflichkeit, nicht nur in der Form, sondern ebenso im Herzen und im Geist. Achten sie den Lehrer, der sie unterrichtet, und hören sie nicht auf dankbar zu sein.

Kritisieren sie keine der anderen Kampfkünste. Der Berg lacht nicht über den Fluss, weil er tief unten ist, noch spricht der Fluss schlecht über den Berg, weil dieser sich nicht fortbewegen kann. Jeder hat sein eigenes Wesen und erlangt seine eigene Stellung im Leben. Wenn sie über andere schlecht reden, fällt dies unvermeidlich auf sie zurück.

Sein sie vor Eitelkeit gewarnt. Eitelkeit hält ihren Fortschritt nicht nur auf, sondern wirft sie zurück. Die Natur ist grenzenlos, und ihre Prinzipien sind tief. Eitelkeit gründet in oberflächlichem Denken und billigen Kompromissen mit ihren eigenen Idealen.

Jeder Mensch respektiert sein eigenes Ich. Behandeln sie darum niemanden geringschätzig, und verletzen sie nicht seine Selbstachtung. Behandeln sie jemanden mit Respekt, dann wird er auch sie respektieren.

Werden Sie nicht wütend. Wenn sie wütend werden, zeigt dies dass sich ihr Geist vom Training entfernt hat. Bedenken sie: Wer leicht wütend wird, verliert in wichtigen Momenten den Mut.

So wie die Natur allen Dingen hilft zu wachsen und sich zu entwickeln, so müssen wir jeden Schüler mit Ernsthaftigkeit und ohne Benachteiligung oder Parteilichkeit unterrichten.

Scheuen Sie keine Anstrengungen, wenn sie unterrichten. Sie machen in dem Maße Fortschritte, in dem ihre Schüler Fortschritte machen. Seien sie beim Unterrichten nicht ungeduldig. Niemand kann alles auf einmal gut lernen. Ausdauer ist beim Unterrichten ebenso wichtig wie Geduld und Freundlichkeit.

Seien Sie kein hochmütiger Lehrer. Das Wissen der Schüler nimmt in dem Maße zu, wie sie ihrem Lehrer folgen. Üben erfordert eine Atmosphäre gegenseitigen Respekts zwischen Lehrer und Schüler. Hochmütige Menschen denken oberflächlich.

Tun Sie alles was Sie tun aus Überzeugung. Wir haben nichts zu bezweifeln und nichts zu befürchten. Wahre Überzeugung kommt aus dem Bewusstsein, dass wir eins sind mit allen Dingen. Wir müssen dem Mut haben, mit Kung-Tsu zu sagen: „Ich bin leichten Herzens und kann mich daher zehntausend Feinden stellen“.

Im Sport gibt es das Element der Zeit,
in den Kampfkünsten gibt es nur den Augenblick.
Es gibt keine Wartezeit.
Sieg oder Nicht-Sieg,
Leben oder Nicht-Leben?
Das entscheidet sich in einem Augenblick.
In ihm entscheidet sich Leben und Tod ganz und gar.

- Taisen Deshimaru (Zen-Meister)

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